Kreativkommissariat Podcast II : Ungebetene Ratschläge, Feedback und Anerkennung

 

Es gibt einen neuen Podcast aus dem Kreativkommissariat! Darin spreche ich über Feedback, ungebetene Ratschläge und gewünschte Anerkennung. Wie ungefragte Ratschläge und Kritik Kreativität hemmen können und wie Instagram und co das eigene Bedürfnis nach Anerkennung füttern,  gleichzeitig aber auch Kreativität manipulieren und den Spaß am DIY nehmen können.

Unten findet Ihr  die Transkription. Viel Spaß!

Oder via RSS: http://1iqqmkl.podcaster.de/Kreativkommissariat.rss

 

Hallo und herzlich willkommen zur zweiten zum zweiten Podcast vom Kreativkommissariat. ich bin Nicki Hirsch und heute möchte ich mit euch über Feedback reden – über positives und negatives Feedback und über erbetenes und ungebetees Feedback.
Wir Kreativen im do-it-yourself Bereich und im handmade Bereich kennen das alles zur Genüge -gutgemeinte Ratschläge und Kritik aber nach der kein Mensch gefragt hat. Ich habe schon unheimlich oft Ratschläge bekommen, von den ich eigentlich gar nicht wissen wollte und nach denen ich auch nicht gefragt habe und habe Kritik bekommen nach der ich nicht gefragt hatte und Tipps bekommen… weil es immer Leute gibt, die, auch wenn sie eigentlich vom Thema keine Ahnung haben, glauben dass sie jetzt dann noch die zündende Idee haben auf die man selber noch nicht gekommen wäre

ich musste mir da vielleicht auch besonders viel anhören weil Viele gar nicht fassen konnten dass ich jetzt das wirklich ernst meine mit dem Häkeln und mit dem do-it-yourself. Meine Familie und mein kompletter Freundeskreis, die können damit nicht so viel anfangen und man hat es eben immer wieder in den Ratschlägen gespürt dass denen die Szene total fremd war und immer noch ist.
Aber jetzt hat sich das gebessert, und d inzwischen traut sich jetzt auch keiner mehr Ratschläge zu geben – jedenfalls nicht wenn ich nicht danach gefragt habe. Aber früher war das eben anders.

…Dann eben auch so die Klassiker wie „Verkauf doch deine Sachen“ ,und da fällt mir natürlich nicht viel zu sagen. Also entweder ich mache das als Hobby und warum sollte ich dann meine Sachen verkaufen wenn ich damit gar kein Geld verdienen will… nicht jeder der gerne singt geht auch gleich ins Studio und will ein Album aufnehmen …und wenn ich mit dem was ich mache Geld verdienen will ,so war es ja bei mir, denn ich habe ja eigentlich mir immer also schon eigentlich relativ früh gewünscht dass ich mit dem was ich da jetzt mache hat, das da was drin steckt für mich und dass ich da was rausholen kann für mich und dass ich mir vorstellen kann eben den ganzen Tag damit zu zu bringen.

aber ich möchte eben nicht irgendwelche mit 10 Millimeter dicker Wolle gehäkelten Mützen verkaufen ,denn also ein Dreieckstuch zu verkaufen was man mitSportweight Wolle gehäkelt hat und dass zwei Wochen gedauert hat bis das fertig war das bei Dawanda zu verkaufen müsste man wahrscheinlich irgendwie 500 € dafür verlangen oder vielleicht sogar noch mehr um die Zeit rauszukriegen die man da rein gesetzt hat und auch die ganze kreative Energie, die da geflossen ist irgendwie umzusetzen.
Und das kauft natürlich keiner und deshalb lohnt es sich schon gar nicht und auch nicht finanziell. Für viele lohnt es sich einfach nicht bei Dawanda da was zu verkaufen man möchte auch vielleicht nicht mit Acrylwolle das Ganze betreiben sondern man möchte schöne Wolle nehmen, und dann dafür Abnehmer zu finden ist eben unheimlich schwer .

Und solche Sachen zu erklären, Leuten die nicht selber in der Materie drin sind ist sehr schwer und kann auch sehr frustrierend sein. Ich wollte ja gerne Anleitungen verkaufen -damit konnte keiner was anfangen. Wie oft ich gefragt worden bin ob es denn da für einen Markt gebe oder ob denn das überhaupt jemand nachhäkeln würde – also das hat mich auch teilweise echt sehr demotiviert man ist da sozusagen gegen Windmühlen gelaufen und dann musste ich mir wirklich ein dickes Fell zulegen das alles zu ignorieren. Das kam auch aus dem nahen Umfeld aus der Familie und von Freunden, das kann man den auch nicht vorwerfen aber dann kann man nur hoffen dass man selber genau weiß was man will und wohin man will und dass man selber den Durchblick hat dann sonst kann ein das habe ich ziemlich demotivierend .

noch andere schöne Ratschläge sind ja auch immer die, die anderen sagen wollen was man denn mal machen könne also wenn ich z.b. am liebsten Tücher häkeln oder Schals oder Pullover und mir dann jemand kommen dann mach doch mal ein Amigurumi dann weiß ich auch nicht so recht was ich dazu jetzt sagen soll.

Wie als jemand ernsthaft vorgeschlagen hat dass ich Hundepullover häkeln solle weil Hundebesitzer die Hunde über alles lieben und immer bereit sind viel Geld für diese Hunde auszugeben und das wahrscheinlich also eine Riesenmarktlücke für mich sei, Hundepullover zu häkeln. In dem Moment hat mich das tatsächlich so verunsichert dass ich angefangen habe im Internet zu recherchieren wie man so was wie man sowas macht, und welches Schnittmuster man dafür braucht und wie aufwendig das ist.

da schäme ich mich heute noch für dass ich mich da so habe verunsichern lassen von so einem Quatsch.

Meiner Meinung nach ist da auch kein echtes Interesse drin und auch keine echte Wertschätzung in solchen Kommentaren sondern es ist ziemlich unverfroren glaube ich zu Leuten das Läuten meinen die die gar nichts mit der Materie zu tun haben dass sie ist es besser wissen als man selbst o

Eigentlich traurig ist es ja nur wenn einem das auf dem falschen Fuß erwischt oder man gerade eben selber an seiner Kreativität zweifelt und an dem was man da macht und ob das zu was führt und ob andere das mögen

dann können eben solche solche Tipps eben Zweifel und Unsicherheit säen und einem ein schlechtes Gefühl vermitteln weil man anfängt an dem zu zweifeln was man macht wo man vorher halt einfach nur Spaß dran hatte.

das Problem ist ja dass wir uns alle irgendwie danach sehen wie gut anzukommen und wir möchten natürlich im allen alle von uns möchten dass die Sachen die wir machen andere gut finden deswegen machen wir sie ja. Natürlich freue ich mich über ein Kompliment auf der Straße oder oder so das ist ja klar. Und wenn dann jemand irgendwie immer meint zu wissen was man anders machen könne, oder soll vielleicht sogar sollte – oder dass das was man macht irgendwie zu nichts führt, dann kann einen das eben ganz schön demotivieren, es sei dann eben man ist von sich überzeugt und weiß wohin man will.

und ich glaube da muss man sich eben schützen lernen weil jeder der kreativ viel macht, ist da halt angreifbar, weil das eben auch eine subjektive Sache ist, und ich glaube es ganz wichtig sich da immer wieder vor Augen zu halten dass man das für sich selbst macht

so ähnlich ist es ja auch mit mit Lob und Kritik und Anerkennung und Feedback das man gesucht hat . Also wenn wir z.b. wenn man ein Block hat oder wenn man bei Instagram einen Account hat und da Fotos postet oder bei youTube Videos postet, dann macht man das ja weil man gesehen werden will oder gelesen werden will und man macht das ja wirklich für die Anerkennung . also wir freuen uns sehr über netten Kommentar und wir freuen uns über viele Likes und wir freuen uns darüber wenn unsere Followerzahlen wachsen, deshalb machen wir das ja auch alles und wir geben uns Mühe schöne Fotos zu machen z.b.
Gefährlich wird es nur meiner Meinung nach, wenn die Followerzahlen so sehr in den Vordergrund treten, dass man seine eigene Arbeit entweder zu sehr darauf abrichtet sage ich mal, und wenn man eben nur noch auf die auf die Follower und Likes guckt, obwohl das ja auch von vielen Parametern abhängt die man gar nicht in der Hand hat.

Inzwischen gibt es ja ja viele Algorithmen die man nicht durchschaut oder auch einfach Tageszeiten z.b. also wenn man viele Follower aus den USA hat die haben einen ganz anderen Tagesablauf durch durch die Zeitverschiebung oder irgendwo ist ein Feiertag und keiner sitzt zu Hause vom Computer oder es rutscht halt einfach durch was man gemacht hat.

aber man hat ein schales Gefühl weil man nicht versteht warum jetzt ein ganz bestimmtes Bild nicht so viele Likes bekommen hat wie man sich eigentlich erhofft hatte
die Sache ist, dass man eigentlich nicht für die anderen gehäkelt hat sondern ursprünglich ja mal für sich selber – also sicherlich hat sich jeder von uns schon mal ertappt dabei wenn wir so ein Account haben dass man ein Projekt überlegt und dabei auch mit bedenkt wie das dann bei Instagram rüberkommt also z.b. indem wir vielleicht kein schwarz verwenden wollen weil schwarze schlecht zu fotografieren ist . Das geht mir relativ häufig und dabei muss ich natürlich sagen da ich meine Designs ja auch zum Verkauf anbiete machen spielt das natürlich seine Rolle dass man auch gut erkennt was da zu sehen ist, aber trotzdem muss ich auch hier darauf achten dass ich bei mir bleibe und nicht eben zu sehr darauf gucke dass ich Sachen Macher von den ich weiß dass sie gut ankommen weil sonst auf die Qualität meiner Arbeit leidet und auch hier muss man glaube ich lernen sich eben von solchen Zahlen und und und Herzchen innerlich frei zu machen sache aber das darf eben auch nicht alles sein weil ich glaube dann dann hört es irgendwann auch auf Spaß zu machen. Bei mir merke ich dass z.b. ganz deutlich daran dass ich sofort die Lust verliere an Projekten die ich mir nicht selbst ausgedacht habe also reine Auftragsarbeiten z.b. ja oder eben wo ich das Gefühl habe ich mache das jetzt nicht für mich sondern weil ich glaube dass das gut ankommt dann verliere ich sofort die Lust an dem Projekt und das sind auch immer die Projekte die nie fertig werden wenn man ein Bild poste z.b. das Handy erst mal weggelegt und nicht jetzt die ganze Zeit auf die Likezahlen schielt und sich lieber an dem erfreut was man da gehäkelt oder gestrickt oder genäht oder gemalt hat und an der Sache selbst und nicht so viel auf das Bild kommt dass man da produziert hat vielleicht passt man dann lieber noch mal die Decke selber an die man da gemacht hat und hat sich das Material in der Hand und kann dann noch mal genau wertschätzen was dahintersteckt und und wie viel Arbeiter eingeschlossen ist und wie viel Gedanken man sich gemacht hat über über das über das Design über die Gestaltung und dann ist es vielleicht auch nicht mehr ganz so wichtig wie die anderen das finden und dann ist die Erwartungshaltung vielleicht auch nicht mehr so hoch

Lieber dann Leute finden, die das was man was man selber gerne machen möchte auch gut finden und nicht umgekehrt Sachen zu finden von denen man glaubt dass die anderen Leuten gut gefallen und das dann machen also Kreativität soll ja immer noch Spaß machen, und Kreativität ist eben immer aus der eigenen Persönlichkeit ist ja nicht das darf man nicht vernachlässigen und da darf man eben sich nicht zu sehr abhängig machen von Fremden Lob und auch nicht von fremde Kritik und man darf sich eben auch nicht von ungebetenen Ratschlägen abhängig machen.
Dass man eben guckt dass man die Leute anspricht die das was man selber macht wirklich gut finden, geht dann auch in Richtung Marketing und dann Richtung Hashtags, das ist auch ein Lernprozess dass man da irgendwie die richtigen Follower und die richtigen connections knüpft – das zu fördern mit denen man auch Kontakt hat die vielleicht auch bereit sind einen Kommentar zu schreiben oder bei denen man auch selber Lust hat Kommentare zu schreiben, so dass man sich Leute sucht und den folgt deren Sachen man selber gut findet und nicht nur die die meisten Follower haben z.b.
Natürlich alles zu Lernprozesse aber ich glaube das ist ein damit am Ende besser geht und man sich dann auch bei Instagram wohler fühlt das war’s jetzt von mir für heute zum Thema Lob und Anerkennung und Feedback ich freue mich schon aufs nächste Mal mit einem neuen Thema und wünsche euch noch einen schönen Tag eure Nicki

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*